Gangachate
Die Gesteine des Kornberg-Gebiets sind geprägt von massenhafter Zertrümmerung durch Erdstöße, die mit dem vulkanischen Geschehen
einhergingen. Es kam zur Bildung vieler Gesteinsspalten, in die kieselsäurehaltige Lösungen eindrangen und dort z.T. zur Bildung zahlreicher
Gangachate führten, die die Spalten ganz oder teilweise ausfüllen. Von den 3 am Kornberg zu findenden Achat-Formtypen Mandelfüllung,
Lithophyse und Gangachat ist der letztere Typus der häufigste. Die Vielfalt und Schönheit ist beeindruckend. Da gibt es (häufige) symetrische
Gangachate, bei denen sich die Bänder von beiden Spaltenrändern her nach innen zu gleichmäßig bildeten, und es gibt (selten) asymetrische.
Es gibt Gangachate, die im Inneren allgemeine Achatbänderung zeigen und solche mit ausgeprägten Gravitationsbänderungen. Es gibt
solche, die aus durchscheinendem Chalcedon- Material bestehen und solche, die undurchsichtigen, z.T. intensiv gefärbten Jaspis enthalten.
Schadenreuth / Nordoberpfalz
Ein Gangachat durchzieht als
Spaltenfüllung den Rhyolith
Nr. 3924 / Objektbreite 2,7 cm
Eine herausgewitterte Achatmandel als
Ausfüllung eines Blasenhohlraums
Nr. 1618 / Objektbreite 3 cm
Eine herausgewitterte Lithophyse
(„Gesteinsknolle“) mit Achat im Inneren
Nr. 0258 / Objektbreite 4,5 cm
Achat mit körnigem Kristallquarz
im Inneren
Nr. 2473 / Objektbreite 7,5 cm
Drusenartiger Hohlraum mit
Quarzkriställchen
Nr. 2716 / Objektbreite 4 cm
Gemugelter Achat mit Amethyst-
Kristallen
Nr. 2500 / Objekthöhe 2,5 cm
Dunkle Rauchquarz-Kristalle in einer
kleinen Druse, Nahaufnahme weiter unten
Nr. 0335 / Objektbreite 3,5 cm
Weißliche „Milchquarz“-Kristalle
Nr. 0321 / Objektbreite 4 cm
Kleine Eisenkiesel-Kriställchen auf
stalaktitisch gewachsenem Achat
Nr. 1033 / Objektbreite 5 cm
Schadenreuth mit Kornberg (619 m) im Sommer 1986. Rechts oben im Bild der
2.Gipfel, die „Platte“ (614m)
Typischer Quarzkristallbesatz auf
stalaktisch gewachsenem Chalcedon
Nr. 0863 / Objektbreite 6,5 cm
Durch Verwitterung entfärbter
Achat
Nr.1922 / Objektbreite 2 cm
Achat mit herauswitternder
Schalenstruktur
Nr. 3272 / Objektbreite 4 cm
Achat mit ausschließlich
allgemeiner Bänderung
Nr. 0316 / Objektbreite 2,5 cm
Ein Gangachat mit ausgeprägter
Gravitationsbänderungrung aus einer offensichtlich
nahezu senkrecht stehenden Spalte
Nr. 4807 / Objektbreite 3,5 cm
Chalcedon mit
konglomeratischer Struktur
Nr. 3904 / Objektbreite 5 cm
Weiße Moosachat-Strukturen im
Chalcedon
Nr. 3778 / Objektbreite 5 cm
Dendritenachat. Die Vertiefungen im rechten
Teil stammen von früher vorhanden und
mittlerweile weggelösten Kristallen
(vermutlich eines Karbonats) und werden als
Negativ-Kristalle bezeichnet
Nr. 2064 / Objektbreite 4,5 cm
Dunkle Schläuche in hellerem
Chalcedon
Nr. 2042 / Objektbreite 3 cm
Schwarz-weißer Röhrenachat,
angeschliffen und poliert
Nr. 3572 / Objektbreite 6 cm
Roter Chalcedon (Carneol)
Nr. 0703 / Objektbreite 6 cm
An einer Linie scharf getrennter
schwarzer und roter Chalcedon
Nr. 2518 / Objektbreite 3 cm
Weiß-olivbräunlich
marmorierter Chalcedon
Nr. 3787 / Objektbreite 4,5 cm
Grüner Jaspis, am Kornberg allgegenwärtig. Wer
am Kornberg außer kleinen Achatsplittern nichts
findet: Diese Jaspis-Variante, die poliert einen
schönen Glanz annimmt, findet jeder!
Nr. 0653 / Objektbreite 6 cm
Grüner Jaspis mit schöner Bänderung,
unbearbeiteter Ackerfund
Nr. 0327 / Objektbreite 5,5 cm
Wachsglänzender brauner Jaspis
Nr. 0660 / Objektbreite 4,5 cm
Violettrosa Jaspis auf
Rhyolith-Matrix
Nr. 4185 / Objektbreite 4,5 cm
Einmalig: Grün-roter Achat vom ehemaligen
Steinbruch oberhalb des Dorfes. Deutlich erkennbare
Entfärbung durch Verwitterung bzw. Oxidation
Nr.2044 / Objektbreite 3,5 cm
Jaspachat, Gesteinstrümmer
umschließend
Nr. 2058 / Objektbreite 3 cm
Jaspis mit schlierigen
Strukturen
Nr. 4531 / Objektbreite 6,5 cm
Grüner Jaspis mit
eingelagerten Roteisen-
Pigmenten (Heliotrop)
Nr. 0865 / Objektbreite 6 cm
Heliotrop-Trommelstein vom
Kornberg
Nr. 3785 / Objektbreite 3 cm
Dem Heliotrop sehr ähnlich:
Heller Jaspis mit Roteisen-
Pigmenten
Nr. 0122 / Objektbreite 1,5 cm
Grauer stalaktitischer
Chalcedon
Nr. 1817 / Objektbreite 4,5 cm
Schwarz-weißer Chalcedon mit
undeutlicher Bänderung
Nr.2536 / Objektbreite 3,5 cm
Rötlicher stalaktitischer
Chalcedon
Nr. 3304 / Objektbreite 3,5 cm
Jaspachat verkittet Rhyolith-
Trümmer
Nr. 3567 / Objektbreite 5 cm
Achat mit kleinem Jaspis-Anteil
und dunklen Röhren-
Querschnitten
Nr. 3926 / Objektbreite 3 cm
Braunroter Jaspis vom
Kornberg, als Trommelstein
Nr. 4243 / Objektbreite 4 cm
Lauchgrüner Jaspis
vom Kornberg als Trommelstein
Nr. 7975 / Objektbreite 3 cm
Eckiger, tiefgrün
erscheinender Quarz-Einschluss
Nr. 0705 / Objektbreite 4 cm
Grün erscheinender Quarz
mit eingelagerter Roteisenschicht
Nr. 3918 / Objektbreite 3 cm
Jaspis mit Streifen und
Punkten (Sphärolithen)
Nr. 2663 / Objektbreite 3 cm
Großes Exemplar mit Chalcedon
und Jaspis
Nr. 2397 / Objektbreite 9,5 cm
Überdurchschnittlich breiter
Gangachat mit ungleichmäßiger
Verteilung von milchigem Makroquarz
und grünem Jaspis
Nr. 2070 / Objektbreite 8 cm
Großes und interessantes
Exemplar mit gelbgrünem
Jaspis und bläulichgrauen
Achatbildungen
Nr. 2398 / Objektbreite 14 cm
Ein Carneolgang durchzieht
den fettig glänzenden Quarz
Nr. 2525 / Objektbreite 2,5 cm
Grünlichgrauer Quarzeinschluss in weißer
Matrix mit Fließstrukturen, gemugelt
Nr.3031 / Objektbreite 7 cm
Jaspachat mit angeschliffenen
Schlieren
Nr. 3799 / Objektbreite 5 cm
Bunt gebänderter Jaspis,
getrommelt
Nr. 3802 / Objektbreite 3 cm
Roter Chalcedon im Rhyolith
Nr. 0273 / Objektbreite 4 cm
Marmorierter Chalcedon
Nr. 2538 / Objektbreite 3,5 cm
Hellolivbräunliche korallenartige
Strukturen mit rosafarbener
Achatbildung
Nr. 3812 / Objektbreite 3 cm
Wasserhelle Quarzkristalle auf
weißem Chalcedon
Nr. 0323 / Objektbreite 2,5 cm
Stalaktitischer Chalcedon
Nr. 0110 / Objektbreite 2 cm
Stalaktitischer Chalcedon
Nr. 2715 / Objektbreite 7 cm
Achat mit allgemeiner Bänderung
Nr.7973 / Objektbreite 4,5 cm
Quarzkristalle mit unter dem Binokular
gut sichtbaren Phantomstrukturen.
Oben ein Doppelender
Nr. 2399 / vergrößert
Matrix-Trümmer schwimmen in
grünem Plasma
Nr. 4199 / stark vergrößert
Symetrischer Gangachat mit einer roten
Innenzone, die kleine, helle Trümmer enthält
Nr. 0112 / Objektbreite 3 cm
Wunderschöner, pastellfarbener
symetrischer Gangachat
Nr. 2025 / Objektbreite 5 cm
Gangachat mit allgemeiner Bänderung
entlang schlieriger Ränder
Nr.2018 / Objektbreite 4,5 cm
Mit undurchsichtigem, verschiedenfarbigem
Jaspis gefüllter Gangachat
Nr.2393 / Objektbreite 6 cm
Asymetrischer Gangachat
Nr. 2036 / Objektbreite 5 cm
Gangachat im Rhyolith. Die erkennbare
Gravitationsbänderung zeigt, dass der Achat in einer
fast waagrechten Spalte entstand. Mehr dazu weiter
unten bei „Bänderungsarten.
Nr. 2386 / Objektbreite 6 cm
Gangachat mit stalaktitisch-schlierigen
Randschichten. Einer der kleinen Zapfen
schwimmt - offensichtlich abgelöst - im Inneren
Nr. 3565 / Objektbreite 7,5 cm
Zwei Gangachte sind hier
durch einen flächigen „Kanal“
verbunden
Nr. 3781 / Objektbreite 3 cm
Röhrenachat, unbearbeitetes
Rohstück
Nr. 3033 / Objektbreite 6 cm
Ein Achatband durchzieht
grünen Jaspis
Nr.3978 / Objektbreite 5 cm
Zahlreiche kleine rundliche
Chalcedonkörner in einem
konglomeratischen Gefüge
Nr. 1026 / Objektbreite 4,5 cm
Achatmandel mit zellig-stalaktitischen
pseudomorphen Strukturen
Nr. 3019 / Objektbreite 6,5 cm
Ein Rutschharnisch mit
welligem, glänzendem, roten
Chalcedon
Nr. 3278 / Objektbreite 3,5 cm
Undeutlich grobblätteriger
Baryt mit Limonit in den
Vertiefungen
Nr. 0271 / Objektbreite 5 cm
Siderit-Gänge durchziehen den
Rhyolith
Nr. 0272 / Objektbreite 6,5 cm
Baryt vom Kornberg,
angeschliffen und poliert. Deutlich
erkennbar die grobblätterige Struktur
Nr. 2015 / Objektbreite 4,5 cm
Die Fundstelle rechts im Bild.
Aufnahme von 1986
Bläuliche Ausbildung des Rhyoliths /
Dazits mit helleren Feldspat-
Kristallkörnern
Nr. 0116 / Objektbreite 7,5 cm
Fettig glänzender Pechstein
(Vitrophyr) von der „Platte“ des
Kornbergs
Nr. 1120 / Objektbreite 4,5 cm
Natürliche Schlacke vom Kornberg
mit typischen Schlierenbildungen
Nr. 1222 / Objektbreite 5,5 cm
Die „Platte“, mit 614 m die
zweithöchste Erhebung des
Kornbergs
Gelblicher Rhyolith / Dazit mit
Mikroachten und
Drusenbildung
Nr. 3570 / Objektbreite 11 cm
Achat pseudomorph nach
herausgelösten Calcit-Skalenoedern*
Nr. 3804 / Objektbreite 2,5 cm
Achat mit radialfaserigen Strukturen
Nr. 2501 / Objektbreite 4,5 cm
Rechts oben im Bild: hellgraue, z.T.
gebogene Röhren in milchigem Chalcedon
Nr. 3938 / Objektbreite 3 cm
Orangebräunliche flockige Strukturen
iNr. 3998 / Objektbreite 2 cm
Verkieselte Pflanzenfasern im
Inneren eines Schadenreuther
Röhrenachats. Zu sehen sind (Mitte
rechts) Pflanzenzellen im
Querschnitt
Nr. 4949 / stark vergrößert
Schwarzer Jaspis mit
Verwitterungsrinde
Nr.1121 / Objektbreite 4,5 cm
Zweifarbiger Gangachat
durchzieht den Rhyolith
Nr. 1125 / Objektbreite 6,5 cm
Schwarzer Jaspis mit
Wachsglanz
Nr. 0706 / Objektbreite 5 cm
Jaspachat mit Verwerfung in
der Bänderung
Nr. 3566 / Objektbreite 5 cm
Durch Roteisen gefärbte,
zonierte Sphärolithe
Nr. 3940 / Bildbreite 6 mm
Farbzonierte Sphärolithe. In der
Bildmitte „achatisierte“
Quarzkristall-Umrisse
Nr. 6737 / Bildbreite ca 5 mm
Sphärolithe, z.T. als
schwimmende Schalen“
Nr. 4238 / stark vergrößert
Literatur-Hinweise und Weblinks:
o
Friedrich MÜLLER: Bayerns steinreiche Ecke (1984), S.197 und S.215
o
Aufschluss-Sonderband: Zur Mineralogie und Geologie der Oberpfalz (1975),
Wilhelm VIERLING, S.4
o
Aufschluss 1989, Heft 5, Hans JAKOB, S.317
o
Aufschluss 1990, Heft 4, Karl OCHANTEL, S.244
o
Geschichte der Stadt Erbendorf, Joseph HÖSER (1926, Neuauflage 2003), Bergbau und
Hüttenwesen, S.221
o
Geologie im Umfeld der Kontinentalen Tiefbohrung Oberpfalz, Gerhard STETTNER, 1992,
S.134
o
Geognosis Erbendorf, Dr. LINDNER (1868 - 1896 Stadtpfarrer in Erbendorf), Abschrift von Hauptlehrer Bauer, 1938
o
Petrografische Studien zwischen Erbendorf und Neustadt an der Waldnaab, Centralblatt f. Mineralogie etc., 1904
Wladimir v. LUCZIZKY, Kiew
o
Die Umgebung von Erbendorf / Beiträge zur Geologie der nördlichen Oberpfalz, Hellmut DE TERRA, 1925, S.393
o
Über Bau und Entstehung von Enhydros, Kalzitachat und Achat, Geognostische Jahreshefte Jahrgang 29/30, Dr. Otto M. REIS,
München 1919
o
Geologie der Umgebung von Erbendorf und die dortigen Steinkohlenlager, Geognostische Jahreshefte Jahrgang 34, K. OSSWALD,
München 1922, S.119
o
Geologische Blätter Nordostbayern, 21, Substanz und Bildung eines grünen Tuffes im Rotliegenden von Schadenreuth bei Erbendorf,
Günter NOLLAU, Erlangen 1971
o
Mineralienatlas.de
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Bayern/Oberpfalz%2C%20Bezirk/Tirschenreuth%2C%20Landkreis/Erben
dorf/Kornberg
o
Mindat.org
https://www.mindat.org/loc-14978.html
o
VFMG-Bezirksgruppe Weiden
http://www.vfmg-weiden.de/min.htm
Dieser Fundstelle wurde in meiner Sammlung ein besonderer Platz eingeräumt, und es wurde versucht, die dort vorkommenden Mineralien und
Eruptivgesteine in möglichst allen auffindbaren Varianten zu belegen. Der Kornberg besteht größtenteils aus einem vulkanisch entstandenen
Gestein, früher Quarzporphyr, später Rhyolith, heute zumindest z.T. Dazit genannt. Das Gestein tritt aber anstehend kaum zu Tage, so dass sich
Funde von Mineralien, die sich im Rhyolith gebildet haben, fast ausschließlich auf Ackerfunde beschränken. Es handelt sich dabei vor allem um
mikro- und kryptokristalline Quarze bzw. Achate, die diese Fundstelle bekannt gemacht haben. Die Achate sind aber nur ausnahmsweise
einigermaßen vollständig; sie werden meist nur als Bruchstücke gefunden, die wegen ihrer Farben, vielfältigsten Strukturen und Besonderheiten
dennoch aufschlussreich und sammelnswert sein können. Es wird auf dieser Seite versucht, die vorgefundenen Strukturen und z.T. auch Farben zu
interpretieren. Während dem Mineraliensammler dies bei Achaten noch einigermaßen gelingen mag, ist die Deutung nach petrographischen
Merkmalen wohl eher dem professionellen Geologen vorbehalten. Irrtum ist also ausdrücklich vorbehalten, wissenschaftliche Diskussion hierzu (über
die Kontaktadresse) ausdrücklich erwünscht.
Viele der nachfolgend gezeigten Steine wurden - z.T. von mir selbst - geschliffen und poliert, damit Farben und Zeichnungen prägnanter erscheinen.
Wegen der Vielzahl der Belege wurden viele kleinere Stücke getrommelt, um den Aufwand an Zeit oder Kosten für Lohnschleifarbeiten in Grenzen zu
halten. Bei manchen Sammlern ist diese Art des Schliffs nicht beliebt, aber sie hat bei allen Nachteilen auch einen Vorteil, der gerne unterschätzt
wird: Sie zeigt nämlich ein räumlicheres Bild als nur einfache Schnitte, u.U. beispielsweise gleichzeitig Längs- u n d Querschnitte bestimmter
Strukturen.
Sammler/innen, die vielleicht aufgrund der hier gezeigten Funde das Fundgebiet aufsuchen wollen, sei vorab gesagt, dass wegen der
landwirtschaftlichen Nutzung der Ackerflächen die Felder oft unzugänglich sind und dass das Gebiet von einheimischen Sammlern ziemlich
regelmäßig abgesucht wird, so dass kaum größere Funde zu erwarten sind. Ausgenommen ist der lauchgrüne Jaspis, der dort sehr reichlich
vorkommt und bei jedem Besuch aufgelesen werden kann.
Besondere Erwähnung verdient vielleicht noch, dass die Schadenreuther Achat- und Jaspisvorkommen in den Jahren 1765 - 1767 auf Betreiben des
Kurfürsten Karl Theodor für die Herstellung von Schmuck abgebaut werden sollten. Ein Unterfangen, das wegen der Geringfügigkeit des
abbauwürdigen Materials bald wieder aufgegeben wurde. Hinweise auf Literatur und Websites mit Schadenreuther Bezug sind im Übrigen am
Schluss dieser Seite zu finden.
Aus meinen Funden, die in ca. 60 Jahren (!) bei meist mehreren Besuchen pro Jahr zusammengetragen wurden, ergibt sich folgendes Bild des
Vorkommens:
Makroquarz in und auf Achaten
Auch die Schadenreuther Achate beherbergen in ihrem Inneren recht häufig sog. Kristallquarz, der meist kristallinisch-körnig, bei
entsprechendem Platzangebot aber auch gut auskristallisiert und gar nicht selten irisierend vorliegt. Dieser Makroquarz ist meist weiß oder
klar, kann aber mitunter als blass-lilafarbener Amethyst, eher selten als milchig-weißer trüber Milchquarz oder als Rauchquarz vorliegen.
Sehr häufig finden sich hingegen Kristallrasen, die auf stalaktitisch ausgebildeten Chalcedonen gewachsen sind. Sie sind oft durch
eingelagertes Roteisen braunrot gefärbt und dann als Eisenkiesel zu bezeichnen, wenngleich sie von der Größe und Schönheit her nicht
im Entferntesten mit den Eisenkieseln des Wölsendorfer Flussspat-Reviers konkurrieren können.
Achate
Achate kommen entweder als längliche Spaltenfüllungen (sog. Gangachate) oder als Füllung ehemaliger Blasenhohlräume (Mandeln oder auch
Lithophysen) vor.
Als
Besonderheiten
konnten
bei
den
Quarz-Kristallen
unter
dem
Binokular
auch
Phantomstrukturen,
Doppelender,
perimorphe
Strukturen,
Ätzgruben oder auch Fensterquarz-ähnliches Wachstum entdeckt werden. Manches davon zu sehen bei den Mikro-Fotos weiter unten.
Es gibt auch Funde, die eine beginnende Verwitterung bzw. Umwandlung, vermutlich durch die im Ackerboden vorhandene Huminsäure,
anzeigen.
Wasserhelle Quarzkristalle
auf Gravitationsbändern
Nr. 1170 / Objekhöhe 4,5 cm
Achat mit Quarz-Druse
Nr. 3273 / Objektbreite 3,5 cm
Hämatit-bestäubte Quarzkristalle
in einem wuchtigen Jaspachat
Nr.1235 / Objektbreite 7,5 cm
Bänderungsarten
Sowohl in Gangachaten als auch in Achatmandeln findet sich am Kornberg neben der sog. allgemeinen Bänderung sehr häufig die sog.
Gravitationsbänderung (mit parallel verlaufender Schichtung, auch Uruguay-Bänderung genannt). Letztere entstand, wenn kleinste
Partikelchen und Sphärolithe im noch gelartigen Achat sich nach der Schwerkraft ausrichteten, also zu Boden sanken und oft
verschiedenfarbige Schichten bildeten. Sie lässt – in Anlehnung an die horizontale Ausrichtung der Wasserwaage - Rückschlüsse auf die
ursprüngliche Lage des Achats im Gesteinsverbund zu. Es zeigt sich dabei, dass die Gangachate vom Kornberg in Spalten entstanden, die
– an manchen Einzelfunden rekonstruierbar – das Gestein von vertikal bis geneigt bis horizontal durchsetzen. Interessanterweise findet
sich bei den Schadenreuther Achaten die Kombination von allgemeiner Bänderung und Gravitationsbänderung weitaus häufiger als die
allgemeine Bänderung alleine.
Typischer Gangachat in Matrix
Nr. 2031 / Objektbreite 4 cm
Gangachat mit Kristallquarz.
Gut zu sehen die Feldspat-
Körner im Rhyolith
Nr.4528 / Objektbreite 7 cm
Hellbräunlicher Gangachat
Nr. 1054 / Objektbreite 3,5 cm
Gangachat mit randlichem
Jaspis
Nr. 3780 / Objektbreite 2,5 cm
Gangachat mit Jaspis-Zapfen
Nr.3823 / Objektbreite 3,5 cm
Gangachat mit Jaspis
Nr. 0251 / Objektbreite 4 cm
Membrantrümmer-Achate
Bei manchen der gefundenen Achate ist eine ausgeprägte Zertrümmerung der Achatschichten erkennbar, die während der Achatbildung wohl
im gel-artigen Zustand stattgefunden haben. Besonders eindrucksvoll zeigen sich diese Störungen in den gelegentlich auffindbaren
Membrantrümmer-Achaten. Hier „schwimmen“ abgebrochene bzw. abgerissene Trümmer einzelner Schichten an anderer Stelle im Achat.
Chalcedon- und Jaspis-Brekzien
Bei den häufig zu findenden Chalcedon- und Jaspis-Brekzien gibt es offensichtlich 2 verschiedene Typen: Bei manchen dürfte es sich
um eine nachträgliche Zertrümmerung von Chalcedon- bzw. Jaspis-Bildungen durch Erdstöße handeln, bei anderen aber um Verkittungen
und Verkieselungen von Gesteinsmaterial, das bei den Eruptionen zertrümmert und herausgeschleudert wurde und sich aus
herabfallendem Staub und Gesteinstrümmern als Tuff rund um den Vulkankegel abgesetzt und verfestigt hat.
Jaspachat mit vergrustem,
eisenhaltigem Material im Inneren
Nr. 2703 / Objektbreite 3,5 cm
Mehrere getrennte Achatbildungen in
einem Achatgang
Nr. 3559 / Objektbreite 5 cm
Braunpurpur-Weiß
Nr. 2524 / Objektbreite 4 cm
Lilarosa Spaltenfüllung
Nr. 1229 / Objektbreite 6 cm
Kornberg bei Schadenreuth (Gemeinde Erbendorf / Landkreis Tirschenreuth)
Weitere mikroskopische Aufnahmen
Interessantes im Kleinen: Schadenreuther Steine unter dem Mikroskop
Sphärolithe (Mikro-Aufnahmen)
Unter dem Binokular, manchmal auch schon mit bloßem Auge, sind die weit verbreiteten, schönen halbkugeligen Sphärolith-Bildungen
zu erkennen, die – aneinander gereiht – auch die einzelne Achatschichten aufbauen. Sie sitzen meist an den Hohlraum-Wänden, aber
auch auf älteren Achatschichten, auf denen sie sich ansiedeln konnten. Es gibt auch voll kugelförmige oder schalenförmige Sphärolithe,
die im Achatinneren „schwimmen“.
Quarzkristalle (Mikro-Aufnahmen)
Die vulkanisch geprägten Gesteine des Kornbergs
Die Benennung des Muttergesteins all der Quarz- und Chalcedon-Mineralien ist uneinheitlich und wird je nach chemischer
Zusammensetzung mal als Rhyolith, mal als Dazit bezeichnet, in füherer Literatur als Quarzporphyr. Angewitterte Belege in
ockergelblicher Farbe sind auf den Äckern reichlich zu finden. Der in der Literatur erwähnte „blaue Porphyr“ scheint dagegen heute kaum
noch auffindbar.
Auf der mit einer Wiese fast
zugewachsenen „Platte“ konnte man auch ein schwarzes, pechglänzendes vulkanisches Gesteinsglas finden,
das als Pechstein bezeichnet wird. Während Geologen früher annahmen, es handle sich um einen in die Tiefe reichenden Gesteinsgang,
sehen spätere geologische Abhandlungen den Pechstein als vulkanisches Auswurfmaterial. An einer Probe dieses Materials werden bei
entsprechendem Lichteinfall Flächen eingelagerter schwarzer Kristalle sichtbar, die noch nicht näher bestimmt werden konnten. Eine
Aufnahme hierzu weiter unten bei den mikroskopischen Aufnahmen.
Baryt und Siderit
In der Literatur bislang unerwähnt scheinen mehrere Zentimeter breite Baryt- und
Siderit-Gänge, die den Rhyolith/Dazit im Bereich einer ehemaligen Gesteinsmaterial-
Entnahmestelle im Südwesten des Kornbergs im (früher) Anstehenden durchziehen und
dort von mir 1978 entdeckt wurden. Beide Mineralien haben kristallinische Struktur und
ihre typischen Farben: Der Siderit bräunlichgelb, der Baryt weißlich-gelblich. Von
Letzterem konnten auch kleine, gut ausgebildete Kriställchen geborgen werden Bei
dem braunen erdigen Material in Vertiefungen des Baryts handelt es sich wohl um
Limonit. Verwiesen sei darauf, dass solche Gänge auch im nahegelegenen ehemaligen
Erbendorfer Bergbaurevier beobachtet wurden und diese Gänge im Schadenreuther
Fundgebiet vermutlich ähnlich, möglicherweise sogar gleichzeitig entstanden sind. Die
Gänge sind heute überwachsen und derzeit nicht mehr auffindbar.
Weitere Varianten und Erscheinungsformen
Einige Achate und Chalcedone vom Kornberg zeigen konglomeratische Strukturen, zelliges (vermutlich pseudomorphes) Innenleben
oder andere Besonderheiten. Gar nicht so selten sind auch Rutschharnische zu finden, die entstehen, wenn durch tektonische
Verschiebungen Gesteinsflächen stark aneinander reiben. Zu den auch makroskopisch manchmal sichtbaren Sphärolithen, sulfidischen
und karbonatischen Einschlüssen, irisierenden Lichtreflexen und pseudomorphen Strukturen in Achaten gibt es weiter unten bei den
mikroskopischen Aufnahmen mehr.
Zellige Quarze
Eine eigentümliche, am Kornberg durchaus häufig anzutreffende Quarz-Variante bedarf der Diskussion und Klärung. Es handelt sich um
durchscheinende bis durchsichtige eingesprengte Quarzkörner mit einem Durchmesser von Millimetergröße bis zu mehreren Zentimetern mit
(im Rohzustand) auffallend starkem Fettglanz, der eigentlich auf nicht-kryptokristalline bzw. nicht-mikrokristalline innere Struktur schließen lässt
(im Gegensatz zu den im unbearbeiteten Zustand wachsglänzenden Chalcedonen). Diese rot, braun, grau und vor allem grün erscheinenden
Körner zeigen unter dem Mikroskop bisweilen leichte Bänderungen und - als wichtigstes gemeinsames Merkmal - durch unregelmäßige
„Trennwände“ geschaffene zellige Strukturen. In jedem Falle sind diese Körner älter als die bisher erwähnten Achatbildungen, weil sie von
letzteren sehr häufig durchzogen sind, manchmal jedoch auch mit ihnen „verschmolzen“ zu sein scheinen. Es handelt sich vermutlich um
Quarz, der als Gesteinsbestandteil oder „Mitbringsel“ aus tieferen Erdschichten bzw. den durchschlagenen Gesteinsdecken bereits mit dem
Lava-Strom vorhanden war. Vorsicht ist anzuraten bei der Benennung solcher Aggregate als „grüner Quarz“ – auch wenn sie oft wunderbar
grün aussehen und auch geschliffen eine starke ästhetische Wirkung entfalten. Unter dem Binokular zeigt sich nämlich, dass die grüne Farbe
nicht im Quarz liegt, der in Wirklichkeit farblos ist, sondern auf die Auskleidung von Hohlraumwänden und den eben erwähnten „Zellwänden“
mit Farbpigmenten zurückgeht. Im Fall der Grünfärbung – wie oft bei den Achaten von anderen Fundorten – könnte evtl. Seladonit, ein Mineral
aus der Chlorit-Gruppe, der farbgebende mineralische Belag sein. Interessanter Weise enthalten auch diese Körner oft kleinste Einschlüsse
von Sulfiden, von denen im Nachfolgenden noch die Rede sein wird.
Jaspachate und Jaspis-Varianten
Wenn
Achate
den
fast
undurchsichtigen
Jaspis
enthalten
oder
ganz
aus
solchem
mikrokristallinen,
gebändertem
Jaspis
bestehen,
werden sie
Jaspachat
oder auch
Achatjaspis
genannt. Er ist am Kornberg reichlich vetreten.
Heliotrop
Selten sind im grünen oder beigefarbenen Jaspis des Kornbergs rote Punkte, Flecken oder Linien aus Roteisen-Pigmenten enthalten.
Friedrich Müller bezeichnet in seinem Buch „Bayerns steinreiche Ecke“ dieses Material zu Recht als Heliotrop.
Jaspis, Plasma, Hornstein, Carneol und Onyx: eine Frage der Definition?
Bei jenem extrem feinkörnigen Quarzmaterial, das ohne Mikroskop grundsätzlich keine Kristallstruktur erkennen lässt, wird in der Mineralogie
zwischen mikrokristallinen und kryptokristallinen Varietäten unterschieden. Während erstere die innewohnende kristallinische Struktur unter
2.500-facher Vergößerung zeigen, wird diese Struktur bei dem kryptokristallinen Material erst unter dem Rasterelektronen-Mikroskop bei ca.
40.000-facher Vergrößerung sichtbar. Dieser Unterschied im Innersten und Kleinsten zeigt sich auch im äußeren Erscheinungsbild:
Kryptokristallines Material zeigt meist deutlich feinere Strukturen und Bänderungen. Allerdings scheint es auch Übergänge zu geben.
Autoren, die den am Kornberg reichlich zu findenden, grünen, mikrokristallinen Quarz beschreiben, nennen dieses Material folgerichtig meist
Jaspis oder Plasma (= grüner mikrokristalliner Quarz), gelegentlich auch Hornstein. Für den in Schadenreuth häufigen orangefarbenen bis
roten Chalcedon – manchmal mit radialfaseriger Struktur - konnte ich nirgendwo die Benennung als Carneol finden, obwohl er dem Aussehen
und auch der Entstehung nach den üblichen mineralogischen bzw. gemmologischen Definitionen zu entsprechen scheint. Carneol kennt man
in der Oberpfalz als Gerölle ja reichlich, allerdings mit anderer Herkunft und wohl etwas abweichender Bildungsgeschichte. Auch der
schwarze, manchmal deutlich kantendurchscheinende Chalcedon/Jaspis scheint genau dem heutzutage handelsüblichen, ebenfalls einfarbig
schwarzen Onyx zu entsprechen. Der Begriff „Onyx“ hat allerdings im Wandel der Zeiten seine Bedeutung verändert, bezeichnete früher eine
schwarz-weiß gebänderte Chalcedon-bzw. Achat-Varietät.
Der geologisch und mineralogisch nicht akademisch ausgebildete Sammler wird die Diskussion hier nur anstoßen, mit aufgefundenem Beleg-
Material aber vielleicht fördern können.
Moosachat und Dendritenachat
Wegen meist fehlender Bänderung eher den Chalcedonen als den Achaten zugehörig, soll an dieser Stelle auf das seltene Vorkommen von
Moosachat und Dendritenachat und (weiter unten) auf den am Kornberg gar nicht so selten vorkommenden Röhrenachat eingegangen
werden. In allen Fällen handelt es sich um Strukturbesonderheiten und / oder Einschlüsse in Chalcedonmaterial. Moosachat liegt eher
untypisch vor. Während die vor allem aus Indien bekannten Moosachate ihr Aussehen von grün ummantelten feinen und feinsten Schläuchen
haben, die sich in farblosem, weißem oder grauem Chalcedon befinden, sind diese Schläuche am Kornberg weiß. Mit bloßem Auge sichtbares
moosachat-artiges Material wie im Bild links unten ist äußerst selten zu finden. Fast ebenso selten sind eingeschlossene Dendrite, etwas
häufiger eigentümliche flockige Bildungen.
Chalcedone
Das kryptokristalline Quarzmaterial vom Kornberg liegt häufig auch ohne erkennbare Bänderung vor, so dass man bei vielen Funden wohl
eher von Chalcedonen als von Achaten sprechen sollte. Einfarbige Stücke zeigen oft das typische Chalcedon-Blaugrau, aber auch
gelblichgrüne, rötliche, hell- bis dunkelbraune, violette, lauchgrüne bis schwarze Töne und sind manchmal fleckig-marmoriert. Es gibt am
Kornberg aber eine enorme Fülle an verschiedenartigen Kombinationen dieser Farben, die manchmal ineinander fließen, manchmal aber
auch scharf gegeneinander abgegrenzt sind.
Röhrenachat
Eine ganz besondere Würdigung verdienen die Schadenreuther Röhrenachate. Seit langem bekannt und in der Literatur oft erwähnt, blieb
ihre wahre Natur lange unentdeckt. Morphologisch zeigen sich im Längsschnitt stängelige, im Querschnitt rundlich-augenartige dunkle
Schläuche und Röhren in hellerer Chalcedon-Matrix. Es war wohl die VFMG-Ortsgruppe Weiden, die als erste auf organische Strukturen
aufmerksam wurde. Ab ca. 40-facher Vergrößerung ist bei diesen Chalcedonen die Pflanzenzellen-Struktur der Röhren meist gut erkennbar.
Es handelt sich also tatsächlich um verkieseltes pflanzliches Material, vermutlich um Wurzelgeflechte eines Palmfarns. Die Entstehung des
Rhyoliths bzw. die vulkanische Tätigkeit in diesem Gebiet wird auf die Zeit vor ca. 260 Millionen Jahren (Perm) datiert. Durch den Einschluss
von Wurzel-Material des Palmfarms - wenn sich denn diese Analyse bestätigt - würde eindrucksvoll belegt, dass zur damaligen Zeit hier
andere klimatische Bedingungen als heute herrschten, das Land viel weiter südlich lag (sogar in Äquator-Nähe!) und die damalige
Pflanzenwelt sich von der heutigen Flora deutlich unterschied. Bis heute (2023) ist – außer der eben erwähnten, aufgrund von Indizien
vermuteten Palmfarn-Bestimmung – meines Wissens noch nicht geklärt, um welche sonstigen Pflanzen es sich bei diesen Verkieselungen
handelt. Hier warten vielleicht noch interessante Erkenntnisse auf die Spezialisten. Interessanter Weise wird dieses Material auch in der
nördlicher gelegenen, sehr kleinen Achatfundstelle Aign gefunden, deren Material möglicherweise zum gleichen Magmastrom gehört wie das
vom Schadenreuther Kornberg. Mikroaufnahmen mit sichtbaren Pflanzenzellen weiter unten.
Viele Bänder, leider fehlende
Ränder und stark rissig
Nr. 2394 / Objektbreite 7,5 cm
Purpurlila Jaspis mit schwarzen
Streifen
Nr. 4520 / Objektbreite 4 cm
Eigentümliches Jaspis-
Konglomerat
Nr. 2471 / Objektbreite 6 cm
Schwarzer Jaspis in Matrix
Nr. 3555 / Objektbreite 4 cm
Hellbraune Chalcedon-Schlieren
in weißem Kristallquarz
Nr. 4677 / Objektbreite 5 cm
Carneol umschließt Matrix-Trümmer
Nr. 4009 / Objektbreite 3,5 cm
Flockige Struktur in grünlicher
Chalcedonschicht
Nr. 3801 / Objektbreite 4,5 cm
Sie verdanken ihre Entstehung den Gasblasen im brodelnden Magma, die nach dem Erkalten des Gesteins als Hohlräume zurückgeblieben sind.
Achate füllten diese Hohlräume und wittern am Kornberg aus dem weicheren Gestein heraus.
Achatmandeln
Rote Achatmandel
Nr. 1219 / Objektbreite 3 cm
Achatmandel mit Kristallquarz und
Gravitationsbänderung
Nr. 2468 / Objektbreite 5,4 cm
Achatmandel mit
Gravitationsbänderung
Nr. 2797 / Objektbreite 4,5 cm
Achatmandel, fast vollständig mit
körnigem Kristallquarz gefüllt
Nr. 1814 / Objektbreite 3,5 cm
Achatmandel mit zelligen, vermutlich
pseudomorphen Strukturen
Nr. 3019 / Objektbreite 6,5 cm
Achatmandel mit auffallend
einseitiger Bänderung und reichlich
Kristallquarz
Nr. 4193 / Objektbreite 6 cm
Achatmandel mit
Gravitationsbänderung
Nr. 3270 / Objektbreite 6,5 cm
Kleiner Achat mit vollständigem
Achatbild
Nr. 3828 / Objektbreite 3 cm
Achate in Lithophysen
Auch Lithophysen entstanden nach aktuellem Stand der Wissenschaft in Hohlräumen, die nach der Erkaltung des Magmas erhalten blieben.
Ihre Entstehung ist aber schwerer zu deuten als die Entstehung der Achatmandeln. Es sei verwiesen auf extraLapis Nr. 39 („Achate“), Seite 93.
Gebogener Achatverlauf
Nr. 2472 / Objektbreite 5,5 cm
Achat mit Farbverlauf
Nr. 2475 / Objektbreite 5,5 cm
„Sternachat“
Nr. 1124 / Objektbreite 4 cm
Braunrosa Achat in grünlichem
Rhyolith
Nr. 1059 / Objektbreite 4 cm
Wunderschönes Rot
Nr. 2057 / Objektbreite 4 cm
Achat mit Makroquarz-Kern
Nr. 2021 / Objektbreite 3,5 cm
Die Achate selbst sind vom Gesamteindruck her meist hellgrau, hell gelblichgrau, hell bläulichgrau, selten auch weiß oder grün-bunt, sehr
oft aber orange bis rötlich, wobei bei diesen unter dem Mikroskop oft eingelagerte rote Eisen-Pigmente erkennbar sind.
Selten: Achat mit dominierendem Weiß
Nr. 2667 / Objektbreite 3,5 cm
Bläulichgraue Gangachatbildung
Nr. 1122 / Objektbreite 2,5 cm
Herrliches Orangerot
Nr. 2531 / Objekhöhe 3 cm
Jaspis-Brekzie rot
Nr. 3763 / Objektbreite 3 cm
Jaspis-Brekzie, Rohstück
Nr. 5098 / Objektbreite 5 cm
Jaspis-Brekzie grün
Nr.3982 / Objektbreite 2,5 cm
Verkieselter Tuff: Dichte
Trümmermassen mit Chalcedon in den
Zwischenräumen
Nr.3954 / Objektbreite 4 cm
Dunkelbrauner Chalcedon
verkittet Gesteinstrümmer
Nr. 2056 / Objektbreite 4 cm
Grüner Jaspis zwischen
zahllosen Tuff-Trümmerteilchen. Ein
vergrößerter Ausschnitt weiter unten
bei den Mikro-Aufnahmen.
Nr. 4198 / Objektbreite 6 cm
Verkieselter Tuff vom Kornberg
als Trommelstein
Nr. 3765 / Objektbreite 3,5 cm
Gelbgrüner Jaspis mit
Einschluss von Matrix-
Trümmerteilchen
Nr. 4952 / Objektbreite 3 cm
Ein abgerissener Teil einer bläulichgrauen
Randschicht „schwimmt“ in der Mitte eines
Gangachats
Nr. 3560 / Objektbreite 5 cm
Abgerissene Membrantrümmer
chaotisch im Achat verteilt
Nr. 3814 / Objektbreite 4,5 cm
Chaotischer Achat: Trümmer von
Chalcedon- und Matrix-Teilen
durchschlagen früher
entstandene Gravitationsbänder
Nr. 3558 / Objekthöhe 5 cm
Mikro-Achate in verschiedenen
Farben
Nr. 3796 / Objektbreite 4,5 cm
Angeschliffene Matrix mit Mikro-
Achaten
Nr. 3569 / Objektbreite 6 cm
In Fließrichtung in die Länge
gezogene kleine Achate
Nr. 3810 / Objektbreite 3,5 cm
Deutlich erkennbares Fließgefüge.
Vergrößerter Ausschnitt aus diesem Stück
weiter unten bei den Mikroaufnahmen
Nr. 0274 / Objektbreite 7 cm
Fließgefüge
Dass manches Chalcedon-Material während der Entstehung auch langsam bewegt wurde, zeigt sich auch an den Fließstrukturen, die bei
vielen konglomeratartig aussehenden Ansammlungen von Mikroachaten zu beobachten sind. Diese kleinen, blasenförmigen und oft
längsgezogenen Achate zeigen anpoliert bei ca. 15-facher Vergößerung nicht nur eine außergewöhnliche Schönheit, sondern auch eine
unglaubliche Vielfalt. Ganz nahe beieinander liegende Achate haben dabei oft ein völlig unterschiedliches Aussehen, sowohl hinsichtlich
der Farbe als auch hinsichtlich der Bänderung. Genau dieses schwer erklärbare Phänomen hat aber viel zu den neuesten Theorien zur
Achatentstehung beigetragen, wie sie vor allem von Michael LANDMESSER formuliert wurden. Sogar diese Mini-Achate zeigen oft die
auch bei den größeren Schadenreuther Achaten beobachtete Gravitationsbänderung und die Zertrümmerungsstrukturen. Trotz der
geringen Größe sind (selten) sogar getrennte Achatbildungen in 1 Hohlraum zu erkennen, und ausgeprägte, schöne Sphärolithbildungen
sind vor allem bei den Mikroachaten gut beobachtbar. Vergrößerte Ausschnitte weiter unten bei den Mikroaufnahmen.
Farbverlauf hin zu orange
Nr. 2041 / Objektbreite 2,5 cm
Gefältelter Achat
Nr. 2037 / Objektbreite 3,5 cm
Mit gelblichem Kristallquarz
Nr. 3920 / Objekbreite 2,5 cm
Zwei Zentren und pseudomorphes
Erscheinungsbild der oberen roten Schicht
Nr. 3975 / Objektbreite 3 cm
Achat-Trommelstein mit „Auge“
Nr. 3919 / Objektbreite 4,5 cm
Zwei Zentren wegen Raum-
Verengung
Nr. 4247 / Objektbreite 4 cm
Grünes Außenband und rotes
Zentrum, dazwischen weißer
Kristallquarz
Nr. 2046 / Objektbreite 3 cm
Für die oberen Geländebereiche
nahe der „Platte“ typische
Achatbildungen, gemugelt
Nr. 7443 / Objektbreite 5 cm
Gravitationsbänderung und
Zapfenbildung
Nr. 3986 / Objektbreite 3 cm
Gangachat mit
Gravitationsbänderung
Nr. 2012 / Objektbreite 3,5 cm
Rosa Gravitationsbänderung
Nr. 3016 / Objekhöhe 8,5 cm
Zwei getrennte Achatzentren
oberhalb der
Gravitationsbänderung
Nr. 3775 / Objektbreite 4 cm
Allgemeine und
gravitationsbedingte Bänderung
Nr. 2396 / Objektbreite 8 cm
Jaspis-Zapfen (unten) und Matrix-
Teile durchsetzen die Bänderung
Nr. 3779 / Objektbreite 3 cm
Jaspachat mit Gravitations(?)
-Bänderung
Nr. 3792 / Objektbreite 2,5 cm
Bizarres Achatbild
Nr. 4527 / Objekhöhe 3,5 cm
Die Farben der Achate
Purpurlila Streifen in grünem
Jaspis
Nr. 3768 / Objektbreite 3,5 cm
Eigentümliches Jaspis-
Konglomerat
Nr. 3771 / Objektbreite 5,5 cm
Igelförmig angeordnete winzige
Kriställchen von vermutlich
Goethit, eingeschlossen in Achat
Nr. 3940 / Bildbreite ca. 2 mm
Pyrit- oder Markasit-Aggregat
inmitten eines Achats. Die
Achatbänderung folgt der Rundung.
Nr. 4806 / stark vergrößert
Auch hier das gleiche Erscheinungsbild
Nr. 3564 / Objektbreite 4 cm
Achat mit ungewöhnlicher
Querstreifung, ähnlich dem sog.
Liesegang-Muster
Nr. 3933 / Objektbreite 3 cm
Baryt-Kriställchen, vergrößert
Nr. 1220 / Bildbreite ca. 6 mm
Helle Matrix-Trümmer inmitten
verschiedener Achatbildungen
Nr. 4230 / stark vergrößert
Silikatgewächs-ähnlicheGebilde in
einem leicht bläulichen Mikroachat
Nr. 6730 / stark vergrößert
Verkieselte Pflanzenfasern (vermutlich
Wurzelgeflecht) im Inneren eines
Schadenreuther Röhrenachats. Hier die
Pflanzenzellen im Längsschnitt
Nr. 4925 / stark vergrößert
Flockige bis korallenartige
Strukturen
Nr. 4937 / stark vergrößert
Roteisen-Säume um Trümmerteile
und orangeroter Mikroachat
Nr. 4916 / stark vergrößert
Federchen-Strukturen innerhalb
und außerhalb eines Mikroachats
Nr. 4930 / stark vergrößert
Loses, flächenreiches
Rauchquarz-Kristallaggregat
aus dieser Druse
Nr. 2390 / stark vergrößert
Kleine Rauchquarz-Druse mit
z.T. irisierenden Kriställchen
Nr. 0335 / vergrößert
Im Achat schwimmender rhomboedrischer
Karbonat-Kristall, vermutlich Calcit (links oben),
neben Roteisen-Ansammlung
Nr. 2071 / stark vergrößert
Rote Eisen- und grüne Chlorit-
Anlagerungen an „Zellwänden“ in
durchscheinendem Chalcedon
Nr. 6725 / stark vergrößert
Winzige Roteisen-Klumpen
schwimmen im Achat
Nr. 4926/ stark vergrößert
Pyrit*-Kriställchen in einer kl.
Quarz-Druse
Nr. 3515 / stark vergrößert
Flockige Eisenoxid-
Einlagerungen im Achat
Nr. 3991 / stark vergrößert
Verkieseltes pflanzliches Material in den Schadenreuther Achaten (Mikro-Aufnahmen)
Querschnitt durch verkieseltes Holz*,
umgeben von weiteren Pflanzenzellen,
im Inneren eines Schadenreuther Achats
Nr. 4925 / stark vergrößert
Radialfaserige Bildungen im Achat
Nr. 2659 / stark vergrößert
Nach der Gravitation angeordnete, zu
Boden gesunkene Trümmer in einem
Mikroachat
Nr. 3767 / stark vergrößert
Halbkugelig herausgewitterte
Sphärolithe, z.T. mit äußerer Schicht
aus Chlorit. In der unteren Bildhälfte:
Korrodierte Feldspat-Kristalle
Nr. 6516 / leicht vergrößert
Herrlich irisierende Dendrite im
Inneren eines Achats
Nr. 4940 / stark vergrößert
Kaolinisierter Achat
Nr. 5074 / stark vergrößert
Dunkle Eisenoxid*-Dendrite im
Inneren eines Achats
Nr. 6359 / stark vergrößert
Kristallbildung im schwarzen
Pechstein, Beleg für das
vitrophyrische Gesteinsgefüge.
Nr. 7206 / stark vergrößert
Zapfenbildungen (Mitte links) und
keilförmige Sprossungen (oben)
Nr. 3999 / stark vergrößert
Weißer Achat in grünem Jaspis
Nr. 4189 / etwas vergrößert
Gelbe, halbkugelige Sphärolithe
an den Wänden eines Mikroachats
Nr. 3568 / stark vergrößert
Die Infotafel des Geoparks oberhalb
des Dörfchens Schadenreuth
Aufnahme von 2015
Links oben: ein chaotischer, 8 cm großer Trümmerachat / Rechts unerhalb 3 Detailaufnahmen von diesem Stein: Zu sehen sind links
pseudomorphe Strukturen (vermutlich nach Baryt), in der Mitte die Verwerfung einer Achat-Bänderung, rechts ein Übergang von korallenachat-ähnlicher Struktur zu pseudomorphen Strukturen
(vermutlich nach Calcit)
Nr. 2466 / Detailaufnahmen stark vergrößert (Der Farbunterschied zum Bild links erklärt sich durch die LED-Mikroskop-Beleuchtung)
Selten: Kleiner prismatischer
Quarz-Kristall in einem
Gangachat
Nr. 4808 / stark vergrößert
Querschnitt durch einen
Pflanzen-Stängel* im Inneren eines
Schadenreuther Achats
Nr. 4941 / stark vergrößert
Kleine Fladen von (vermutlich)
Pechstein im Tuff
Nr. 4616 / vergrößert
Großes Quarzkorn,
durchzogen von einem Achatgang,
der sich im Muttergestein fortsetzt
Nr. 1650 / Objektbreite 8 cm
Tuffit mit von Vulkanausbrüchen
zertrümmertem Material
Nr.. 8154 / Objektbreite 7,5 cm
Versteinertes Holz
Sehr selten wird am Kornberg auch massives versteinertes Holz gefunden. Dass diese Stücke nicht aus den bekannten nordbayerischen
Geröllhorizonten stammen, sondern als Bruchstücke tatsächlich im vulkanischen Gestein eingeschlossen wurden, ist durch das Anhaften von
Kornberg-typischer vulkanischer Matrix als gesichert anzusehen. Nachfolgende Funde wurden mir großzügigerweise vom Sammlerfreund Heiko
Bethke überlassen, der mit großer Ausdauer und Sachkunde die Oberpfälzer Achatfundstellen bearbeitet.
Versteinertes Holz vom Kornberg,
scheibenförmiges Stammstück mit
typischer Außenrundung und kl.
Quarzkritall-Druse im Zentrum
Nr. 8329 / Objektbreite 5 cm
Dieses Stück, von Heiko Bethke im Januar 2013 gefunden, ist wegen der
anhaftenden typischern Kornberg- Matrix ein wertvoller Beweis für die
Herkunft des Holzes aus dem Kornberger Vulkangestein. Links oben ist die
herausgewitterte radialstrahlige zellige Struktur des Holzes zu sehen
Nr. 8328 / Objektbreite 7 cm
Versteinertes Holz vom Kornberg,
angeschliffen und poliert. Gut zu sehen die
Holz-Maserung.
Nr. 8330 / Objektbreite 4,5 cm
Achate mit Gravitationsbänderung
Achate mit allgemeiner Bänderung